01. März 2015

Radsport in Gera hat Zukunft: Neues Team mit Ziel Junioren-Bundesliga
01.03.2015

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Das neue Nachwuchsteam trägt passend, die Zielsetzung im Namenszug. Am 22. März ab 14 Uhr präsentiert sich das Future Team Jenatec-Breckle in den Gera-Arcaden erstmals der Öffentlichkeit.

Gera. Ein Hauch Profiradsport weht an diesem März-Sonntag durch den Geraer Einkaufstempel. Schicke Trikots, glänzende Rennräder, die Fahrer des Future Teams treten in einheitlicher Freizeitkleidung auf, Trainingsanzüge, T-Shirts und Basecaps inklusive. Eins der drei neuen Teamfahrzeuge wird zu sehen sein.

Das alles ist ungewöhnlich für ein Radteam, in dem 15-Jährige in die Pedale treten. “Genau das ist aber unser Ansatz”, sagt Bernd Herrmann, Sportdirektor im SSV Gera. “Unsere Sportler sind etwas Besonderes. Sie sollen schon einmal daran schnuppern, wie es sein könnte, als Radprofi unterwegs zu sein.”

Après Tour Gera am 1. August mit Top-Stars
Zunächst über vier Jahre ist das Projekt Future Team angelegt. “Wir wollen die Sportler bis ans Juniorenalter führen”, sagt Herrmann und fügt an: “Unsere Vision ist es, in vier Jahren ein eigenes Geraer Junioren-Bundesligateam auf die Beine zu stellen.”

Mit der Idee vor zweieinhalb Jahren ein Kids-Team für die 13-Jährigen zu bilden, hatte Herrmann den Grundstein für das Future-Team gelegt, das 16 Sportler umfasst und von Heike Schramm trainiert wird. “Es war auch für mich als Trainer eine Herausforderung”, sagt Lucas Schädlich, der Trainer des Kids-Teams. Er habe versucht, jeden seiner Sportler individuell zu fördern, die Stärken herauszuarbeiten. Die Erfolge bei der Ostthüringen Tour und der Kids Tour in Berlin geben dem 26-jährigen früheren Radsportler recht. Jetzt freut sich der gebürtige Zwickauer auf den nächsten Jahrgang – das Kids Team wird es natürlich weiter geben.

“Wir sehen uns als regionales Team, unsere Sponsoren sind in der Region zu Hause. Nur zwei Sportler aus dem Future Team kommen aus Sachsen”, sagt Herrmann und streicht heraus, dass Stadt und Schulamt als Partner gewonnen wurden, das in Deutschland wohl einzigartige Radsport-Nachwuchs-Projekt mitzutragen. Die beiden auswärtigen Sportler beziehen ein renoviertes Zimmer in Bieblach-Ost, im Internat der Stadt Gera. “Wir kommen den Möglichkeiten, die ein Sportgymnasium bietet, schon sehr nahe”, sagt Herrmann nicht ohne Stolz. “Wir statten unsere Sportler wie ein Profiteam aus, erwarten im Gegenzug aber auch professionelles Verhalten, was Training und Wettkampf angeht.” Schon kurz nach der Teampräsentation reist das Future Team für zehn Tage ins Trainingslager nach Kroatien. Auch für Peter Schmidt, dessen Firma Jenatec Industriemontagen einer der Förderer ist, unterstützt nach acht Jahren im U23-Bereich das Geraer Projekt. “In Erfurt gibt es ein neues U23-Team”, sagt er. “In Gera sprechen wir eine ganz andere Generation an. Das Projekt ist über mehrere Jahre ausgerichtet und davon kann einmal der Radsport in ganz Thüringen profitieren.” Peter Schmidt, in Gera zu Hause, sieht das Future Team als “zweites Standbein für den Nachwuchsradsport, mit dem wir Gera als den Thüringer Radsport-Standort stärken”. Als Teampate konnte Radprofi John Degenkolb, der aus dem SSV Gera hervorging, gewonnen werden. Und am 1. August können die Nachwuchsrenner ihr Idol bei der Après Tour Gera live im Rennsattel beobachten. Nur sechs Tage nach dem Finale der Tour de France auf den Champs-Élysées in Paris zeigen sich Klassiker-Spezialist John Degenkolb und Sprint-Ass André Greipel, der beim Teag Team Köstritzer groß geworden ist, bei der Après Tour Gera. “Beide haben zugesagt”, freut sich Herrmann. Mit weiteren Top-Fahrern sei man in Verhandlung.

Das Eliterennen über 70 Kilometer durch die Geraer Innenstadt ist Abschluss und Höhepunkt der Après Tour Gera. Zudem wird es Nachwuchs- und ein Jedermann-Rennen geben – ein Teil des Erlöses wird dem Geraer Radsport-Nachwuchs zugutekommen.

Andreas Rabel / 21.02.15 / OTZ

Der Geraer Radprofi John Degenkolb startet nur sechs Tage nach dem Tour-Finale in Paris bei der Après Tour Gera am 1. August. Foto: dpa

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